Gold-Silber-Verhältnis: Gibt es eine Entwicklung wie beim Platin-Palladium-Verhältnis?

Gold-Silber-Verhältnis: Gibt es eine Entwicklung wie beim Platin-Palladium-Verhältnis?

Neben Gold, Silber und Platin zählt das Palladium zu den beliebtesten Edelmetallen. Kennzeichnend ist unter anderem, dass auch beim Palladium in den letzten Jahren eine Art von Manipulation stattfand, da häufig Short-Positionen seitens der Marktakteure aufgebaut wurden. Demgegenüber konnte sich die Nachfrage nach physischem Palladium durch wachsende Zahlen auszeichnen. Dies gipfelte im Jahre 2018 sogar darin, dass die physische Nachfrage höher als die Short-Positionen ausfiel. Dies wiederum führte zu einem explosionsartigen Anstieg des Palladium-Preises.

Einbruch beim Platin-Palladium-Verhältnis

Ähnlich wie beim Gold-Silber-Verhältnis gibt es beim Palladium ebenfalls eine Bezugsgröße, nämlich das Platin. Das Platin-Palladium-Verhältnis gibt an, wie viel Einheiten (meistens Unzen) Palladium man für eine Einheit Platin erhält. Anders ausgedrückt: Es wird bezeigt, um ein Wievielfaches Platin teurer als Palladium ist. Dieses Verhältnis ist in den letzten Jahren durch einen erheblichen Einbruch gekennzeichnet.

Aktuell kostet eine Unze Platin rund 1.280 US-Dollar, während Sie für eine Unze Palladium etwa 2.380 Dollar zahlen müssen. Daraus ergibt sich ein aktuelles Platin-Palladium-Verhältnis von rund 0,53. Vor rund 10 Jahren lag die Platin-Palladium-Ratio bei über 5. Dies zeigt unter anderem, dass zwar am Markt oft umfangreiche Shop-Positionen existieren, die jedoch unter Umständen von der physischen Nachfrage nach Edelmetallen übertroffen werden können. Jedenfalls hat das Platin in den letzten 10 Jahren gegenüber dem Palladium massiv an Wert verloren. Anleger stellen sich nun die Frage, ob es eine ähnliche Entwicklung auch beim Gold-Silber-Verhältnis geben könne.

Enormer Anstieg beim Gold-Silber-Verhältnis in den letzten 20 Jahren

Das Gold-Silber-Verhältnis ist dadurch gekennzeichnet, dass es in den letzten 20 Jahren eine enorme Veränderungen in der Hinsicht gab, als dass erst im vergangenen Jahr neue Rekorde erreicht wurden. Lag das Gold-Silber-Verhältnis 1980 noch bei etwa 20:1, so befand es sich im vergangenen Jahr in der Spitze auf einem Niveau von ungefähr 120:1. Experten geben das „normale“ Gold-Silber-Verhältnis jedoch nur innerhalb einer Spanne von 40 bis 80 an. Aufgrund dieser nicht immer einfach zu verstehenden Zahlen noch einmal die Werte im Überblick:

  • Gold-Silberverhältnis 1980: rund 20:1
  • Gold-Silberverhältnis 2020: bis zu knapp 120:1
  • Gold-Silber-Verhältnis aktuell (Februar 2021): ca. 66:1
  • „Normales“ Gold-Silber-Verhältnis: 40 bis 80

Kann auch das Silber ausbrechen?

Auf Grundlage des aktuellen Gold-Silber-Verhältnis hat das Silber gegenüber dem Gold in den letzten rund neun Monaten deutlich an Wert gewinnen können. Die Gold-Silber-Ratio sank seit April 2020 von knapp 120:1 auf aktuell nur noch ca. 66:1. Daher stellt sich die Frage, ob es in Kürze zu einem „Ausbruch“ des Silbers kommen könnte. Sollte dies der Fall sein, rechnet nicht wenige Experten damit, dass auch die Manipulation an den Märkten des Edelmetalls Gold beendet werden könnte. Zudem besteht eine akute Gefährdung – unter dieser Voraussetzung – des Dollar-Systems.

Was spricht für eine Veränderung des Gold-Silber-Verhältnis?

Es gibt durchaus einige Anhaltspunkte, die dafür sprechen, dass sich beim Gold-Silber-Verhältnis noch deutliche Veränderungen ergeben könnten. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Ratio sogar unter die „normale“ Spanne zwischen 40 bis 80 fällt. Dafür sprechen zum Beispiel die folgenden Gegebenheiten:

  • Zunahme neuer Anwendungsbereiche wird erwartet
  • Ende der deutlichen Sportpositionen beim Papiersilber
  • Veränderungen bei der Investment-Nachfrage

Diese und noch andere Faktoren können dazu führen, dass sich tatsächlich beim Gold-Silber-Verhältnis eine ähnliche Entwicklung wie beim Platin-Palladium-Verhältnis abzeichnet, nämlich dass Silber im Vergleich zum Gold deutlich aufgewertet wird.

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