Gold bringt keine Rendite! Na und.

Gold bringt keine Rendite! Na und.

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Gold bringt keine Rendite. So lautet ein, von Kritikern des barbarischen Reliktes „Gold“ häufig vorgebrachtes Argument. Doch diese Behauptung ist überholt, falsch und ironischerweise in meinen Augen das entscheidende Argument für Gold. Sie fragen sich wahrscheinlich, warum in Zeiten, in denen jeder Anleger versucht einen Zugewinn auf seine Ersparnisse zu erzielen, eine Investition in Gold trotz des vermeintlichen Fehlens einer Rendite dennoch eine absolutes Muss in jedem Anlageportfolio ist. Meine These: Gold unterliegt keinem Risiko.

Ich bin kein Mensch, der dem heutigen ungedeckten Papiergeldsystem ohne jeden Vorbehalt vertraut. Doch was ist der Grund dafür? Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten ein System geschaffen, welches das Fiatgeldniveau auf ein historisch einmaliges Niveau gebracht hat. Das in diesem grotesk aufgeblähten Gefüge zunehmend wertloser werdende Papiergeld führt letztlich zur Entwertung und Zerstörung der zugrundeliegenden Währung. Denn Bäume wachsen tatsächlich nicht in den Himmel. Und Volkswirtschaften und Geldmengen können dies auch nicht. Die gelebte finanzpolitische Misswirtschaft und damit einhergehende Entwertung der Währung, lassen Hyperinflationen entstehen. Ein simpler Zusammenhang, der keines weiteren Beweises bedarf. Ein Blick in die Geschichtsbücher untermauert dieses Axiom. Doch glauben tatsächlich noch Menschen, dass gerade sie von Verfall und Untergang im kommenden Wirtschafts- und Währungskollaps nicht betroffen sein werden. Tatsächlich rückt der Tag der Abrechnung unaufhörlich näher. Dazu brauchen wir keine Glaskugel benutzen, sondern bedienen uns des Zauberstabes der Analogie. Die Geschichte belehrt uns mit ähnlichen Ereignissen vergangener Epochen. Diese Analogie ist die Quelle der Erkenntnis, die uns zeigt, dass ungedeckte Papiergeldsysteme immer mit einem Verfallsdatum ausgestattet sind. Das ist ein Naturgesetz. In diesem natürlichen Wandel erscheint die Wahl eines stabilen und robusten Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel alternativlos zu sein. Doch werden die Kritiker des Goldes nicht müde, das glänzende Edelmetall, welches seine Stabilität und Herkunft auf ein Periodensystem der Elemente zurückführen kann, in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen. Und das angeführte Totschlag-Argument ist die fehlende Rendite. Doch ist es genau dieses Charakteristikum, dass für Gold spricht.

Denn Gold bringt keine Rendite und auch keine Zinsen, weil es das gar nicht soll. Denn Gold ist Geld. Und Geld bringt keine Rendite, weil es keinem Risiko unterliegt. Echtes Geld ist nicht risikobehaftet. Doch warum ist das so? Sehen sie sich einen Geldschein an. Handelt es sich dabei um Geld? Gewiss. Es ist nämlich Bargeld. Oder anders ausgedrückt: eine Euro-Banknote. Wie im von der Deutschen Bundesbank herausgegebenen Schülerbuch „Geld und Geldpolitik“ (https://www.bundesbank.de/de/publikationen/schule-und-bildung/geld-und-geldpolitik-606038) auf Seite 22 ausgeführt wird, sind Euro-Banknoten im Euro- Währungsgebiet das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.  Und weiter: „Jeder Gläubiger einer Geldforderung muss vom Schuldner Banknoten in unbegrenztem Umfang als Erfüllung seiner Forderung annehmen, sofern beide vertraglich nichts anderes vereinbart haben und gesetzliche Annahmebeschränkungen nicht entgegenstehen.“

Bringt der Besitz dieser Euro-Banknote eine Rendite? Eindeutig nein. Oder haben Sie schon einmal erlebt, dass sich die in ihrer Geldbörse befindlichen Banknoten während der Aufenthaltsdauer in ihrem Portemonnaie von sich aus vermehrt haben?

Die Rendite entsteht erst, wenn Sie diese Euro-Banknote auf ein Konto bei einer Geschäftsbank einzahlen. Dann wird aus Bargeld plötzlich Buchgeld. Dieses Geld kann man nicht anfassen, es existiert nur als elektronischer Datensatz in den Computern der Banken. Buchgeld kann in Bargeld und Bargeld in Buchgeld umgewandelt werden.

Wenn man diesen Schritt geht, ist es aber kein Bargeld mehr, sondern eine Bank- oder Spareinlage. Eine Bankeinlage ist kein Geld mehr, sondern vielmehr eine ungesicherte Verbindlichkeit der Bank. Ein Blick in eine Bankbilanz unterstreicht diesen Gedanken. Die Bank- bzw. Spareinlagen finden sich nach Laufzeiten und Kündigungsmöglichkeiten geordnet auf der Passivseite der Bankbilanz. Der Bilanzposten wird mit „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ deklariert. Mit dieser Investitionsentscheidung geht der Bankkunde ein entsprechendes Risiko ein. Als Ausgleich für seine Risikobereitschaft erhält der Kunden dann normalerweise eine Entschädigung in Form des Zinses. Dadurch entsteht dann bei entsprechender Höhe eine Rendite.

Natürlich kann Gold auch bei einer Finanzinstitution „eingezahlt“ werden. Dann entsteht ein Derivat bzw. ein Wertpapier auf Gold. Dieses kann dann mit einer ISIN (International Securities Identification Number oder zu deutsch: internationale Wertpapierkennnummer) versehen an den weltweiten Kapitalmärkten gehandelt werden. Doch verliert es dann wie bei der Bankeinlage bereits gezeigt seine Geldeigenschaft.

Gold ist tatsächlich die einfachste Geldanlage der Welt. Denn es ist Geld. Die Analogie von Geld und Gold ist nicht zu übersehen und historisch  belegt und gewachsen. Sie macht in meinen Augen eine Wiederanbindung von Gold an ein zukünftiges, nachhaltiges Währungssystem unausweichlich.

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