Goldinvestment-Nachfrage in 2020 erheblich gestiegen

Goldinvestment-Nachfrage in 2020 erheblich gestiegen

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Goldinvestment: Nachfrage in 2020 erheblich gestiegen

Wenn man bezüglich des Goldinvestments einen Rückblick auf das Jahr 2020 wagt, dann steht eines fest: Die Nachfrage nach Edelmetallen, insbesondere nach Gold und Silber, ist erheblich gestiegen. Manche Experten sprechen sogar von einem Durchbruch oder dem großen Erwachen der Edelmetalle, und zwar auf breiter Ebene.

Umdenken bei zahlreichen Anlegern

Dass die Nachfrage nach Edelmetallen wie Gold und Silber im vergangenen Jahr so deutlich gestiegen ist, führen Experten vor allem darauf zurück, dass es zahlreiche Neuinvestoren gab. Diese Anleger haben das erste Mal in ihrem Leben überhaupt in Edelmetalle investiert, und zwar aus gutem Grund. Eine wachsende Anzahl von Menschen würde nach Ansicht der Fachleute mittlerweile erkennen, dass es bei den Papierwährungen und auch bei verzinslichen Anlageformen in Abhängigkeit von Euro & Co. erhebliche Probleme gibt. 

Zudem hat selbstverständlich die Coronakrise dazu beigetragen, dass zahlreiche Menschen einen wirtschaftlichen Zusammenbruch fürchten und somit aus Angst Edelmetalle erwerben. Aber auch die Wahrnehmung insgesamt hat sich nach Ansicht der Fachleute in den letzten Jahren verändert. Ein Wendepunkt war sicherlich 2018, denn in diesem Jahr kauften die Zentralbanken mehr Gold als in den letzten sechs Jahrzehnten zuvor. Für manche Marktteilnehmer geschah dies quasi wie aus dem Nichts, setzte sich aber im darauf folgenden Jahr (2019) weiter fort. 

Vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren setzen vermehrt auf Edelmetalle 

Die zuvor angesprochenen Maßnahmen der Zentralbanken sowie die Tatsache, dass die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich das Edelmetall im Jahr 2019 wieder als ein sogenanntes Tier-1-Asset einstufte, während Gold bis zu diesem Zeitpunkt nur als Tier-3-Asset galt, lassen immer mehr Anleger aufhorchen. Der Begriff leitet sich vom englischen „tier“ ab und bedeutet Rang, Stelle, Position oder Qualität. Es gibt  drei Arten von Qualität in Bezug auf die Eigenmittel eines Kreditinstitutes. Das Kernkapital (Tier I Asset), das Ergänzungskapital (Tier II Asset) und das Ergänzungskapital (Tier III Asset). Die Rechnung ist für Banken in etwa die folgende: nach den Regeln von Basel II, welche Eigenkapitalvorschriften von Banken regelt, muss eine Bank eine Eigenkapitalquote von 8 Prozent vorhalten. Diese dürfte auch in Gold gehalten werden. Und je mehr Gold sie besitzt, um sie mehr Kredite darf sie vergeben. In diesem Fall das 12,5 fache des Eigenkapitals. Somit dürfte die Nachfrage nach Gold auf Bankenseite stark zunehmen. Hinzu kommt, dass eine deutlich wachsende Anzahl von vermögenden Privatkunden, institutionellen Anlegern und Großinvestoren mittlerweile seit mehreren Jahren erstmals oder verstärkt auf physisches Gold und Silber setzen. 

Deutlich erhöhte Nachfrage auch bei der Royal Mint in Großbritannien 

Die deutlich gestiegene Nachfrage nach Goldinvestments ist definitiv kein Phänomen, das es lediglich in Deutschland gibt. Dies untermauern unter anderem Zahlen der britischen Royal Mint als Münzanstalt. Diese belegen, dass die Goldnachfrage im vergangenen Jahr um knapp ein Drittel, nämlich um 32 Prozent, angestiegen ist. Besonders deutlich war der Nachfrageanstieg in den letzten zwei Monaten des Jahres, und zwar vor allem bei kleinsten Goldbarren mit einem Gewicht von einem bis fünf Gramm. Diese werden von immer mehr Anlegern bevorzugt, weil sie einen recht geringen Gegenwert haben und somit im Fall des Falles gut zum Bezahlen eingesetzt werden können.

Neue Höchststände beim Gold für 2021 erwartet

Nicht nur aufgrund der anhaltenden Coronakrise gehen die meisten Fachleute davon aus, dass sich die im vergangenen Jahr deutlich gewachsene Nachfrage nach Gold und Silber auch in 2021 fortsetzen dürfte, sodass vor allem das Gold vermutlich neue Höchststände sehen wird. Dabei reichen die Schätzungen für 2021 von rund 2.000 bis zu 2.300 US-Dollar für die Feinunze Gold. Es wird in dem Zusammenhang unter anderem darauf ankommen, wie sich die Gold-ETF Bestände entwickeln. Auf breiter Ebene ist jedoch davon auszugehen, dass sich auch in 2021 wieder zahlreiche Anleger erstmals für Gold oder Silber entscheiden bzw. ihre Bestände aufstocken werden.

Quelle: fotolia (Adobe stock)

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