Ab 10.000 Euro nur mit Personalausweis: Die Grenze für den anonymen Goldkauf wird deutlich gesenkt

Ab 10.000 Euro nur mit Personalausweis: Die Grenze für den anonymen Goldkauf wird deutlich gesenkt

Nach dem Beschluss zur Abschaffung des 500-Euro-Scheines und dem erklärten Ziel, Barzahlungen größeren Ausmaßes weitestgehend aus dem Geschäftsleben zu verbannen, ist nun ein neues Husarenstück auf dem Weg zur Entmündigung der Bürger bekannt geworden: Die Absenkung der Grenze für anonyme Tafelgeschäfte. Wer meint, dies betreffe nur wenige Superreiche, der denkt zu kurz.

Auch für Kleinsparer nicht unwichtig

Mit der Novelle des sogenannten Geldwäschegesetzes geht nach aktuellem Sachstand die Änderung einher, Gold und andere Edelmetalle nur noch bis zu einem Wert von insgesamt 10.000 EUR ohne Vorlage persönlicher Legitimationsdokumente erwerben zu dürfen. Bislang galt hierfür noch die Grenze von 15.000 EUR. Was für viele Deutsche auf den ersten Blick vielleicht als „nicht relevant für das alltägliche Leben“ angesehen werden könnte, stellt jedoch eine massive Beschneidung elementarer Freiheiten im Umgang mit dem eigenen Vermögen dar. Insbesondere vor dem Hintergrund einer sich möglicherweise zuspitzenden Wirtschaftssituation im Euroraum kann es schneller als gedacht passieren, dass auch Kleinsparer ihr Geld gerne ohne besondere Registrierung in sichere Edelmetalle anlegen möchten. Schließlich haben Gold, Silber, Platin und Palladium den unschätzbaren Vorteil, nicht nur den Zusammenbruch eines Währungssystems unbeschadet zu überstehen, sie eignen sich im Fall der Fälle auch ganz hervorragend als Zahlungsmittel, wenn Bargeld nicht mehr akzeptiert werden sollte.

Auf dem Weg zum gläsernen Bürger

Offenbar ist dem Gesetzgeber sehr daran gelegen, den Weg hin zu einem gläsernen Bürger und zum vollständig durchschaubaren Bankkunden mit immer neuen Gesetzen und Vorschriften zu asphaltieren. Die Geschwindigkeit, mit der eine umfassende Kontrolle in maximalem Maße gesteigert wird, ist atemberaubend. Ohne Frage: Es wird für Otto Normalverbraucher nicht jeden Tag passieren, dass er mit mehreren tausend Euro zu einem Goldhändler läuft, um sich dort mal eben ein paar Barren und Münzen zu beschaffen. Zugleich hat die Vergangenheit aber immer wieder auf sehr eindrückliche Weise gezeigt, dass gerade die Anonymität beim Kauf von Edelmetallen überaus wichtig sein kann. So gab es nicht nur Deutschland und Russland ebenso dunkle wie lange Zeiten, in denen der Besitz von Gold mit schweren Strafen belegt war. Wem nachgewiesen werden konnte, den staatlicherseits angeordneten Abgabezwang ignoriert und Gold im eigenen Haus behalten zu haben, dem drohte teilweise sogar Gefahr für Leib und Leben.

Anonymität ist unbezahlbar

Nur wer anonym und ohne Registrierung in den Besitz von Gold gelangen kann, der hat bei einem – momentan zwar unwahrscheinlichen aber in Zukunft durchaus möglichen – Goldbesitzverbot Chancen, sein eigenes Vermögen sicher zu retten. Als im Zuge der Oktoberrevolution in Russland ein Verbot des privaten Goldbesitzes in Kraft trat, gab es nicht wenige Menschen in der ehemaligen Sowjetunion, die sich davon nicht beirren ließen und ihre (dem Staat unbekannten) Goldvorräte einfach versteckten. Diese Menschen (beziehungsweise deren Nachkommen) konnten nach dem Ende des Goldverbotes 1990 ihr Edelmetall wieder hervorholen und damit vielfach einen gelingenden Start in die neuen Zeiten nach dem Zusammenbruch der UdSSR finanzieren. Nicht wenige der heute erfolgreichen Russen haben dies dem klugen Vorgehen ihrer Ahnen zu verdanken, die das Geld einst in Gold sparten und sicher aufbewahrten. All das ist aber nur dann möglich, wenn der Erwerb von Edelmetallen ohne staatliche Kontrolle geschehen kann. Die Absenkung der Grenze für anonyme Goldkäufe ist deshalb ein schwerer Eingriff in die Freiheit der Bürger. Und ein weiterer Schritt hin zu noch mehr Überwachung und Bevormundung. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Menschen ihrem Unmut hierüber an geeigneter Stelle Ausdruck verleihen.

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