Gold ist antifragil

Gold ist antifragil

Eine Unze Gold (31,1 Gramm) kostete bei der Einführung des Euro im Jahr 1999 durchschnittlich 270 Euro. 12 Jahre später erreichte der Preis für die gleiche Unze Gold 1.360 Euro. Das entspricht einer jährlichen Preiszunahme von 14 Prozent!

Auf seinem Weg dorthin durchlief Gold einige der stürmischsten Zeiten der jüngeren Geschichte. Banken brachen zusammen und Währungen erzitterten. Der Goldpreis profitierte von diesen Katastrophen. Der renommierte Statistiker und Erfolgsautor Nassim Nicholas Taleb prägte dafür den Begriff „antifragil“. 

„Einige Dinge profitieren von Erschütterungen;  wenn sie instabilen, vom Zufall geprägten, ungeordneten Bedingungen ausgesetzt sind, wachsen und gedeihen sie; sie lieben das Abenteuer, das Risiko und die Ungewissheit. Doch obwohl dieses Phänomen omnipräsent ist, gibt es kein Wort für das genaue Gegenteil von »fragil«. Nennen wir es »antifragil«.“ 

Gold war schon immer ein Profiteur stürmischer und ungewisser Zeiten. Es ist das wiederentdeckte Ideal einer Geldanlage in einer Zeit, in der die anderen bis dato als vorbildlich geltenden Finanzprodukte wie Subprime-Hypotheken, Zertifikate, Kreditausfallversicherungen und Derivate reihenweise den Bach runter gingen und von vornherein viel zu kompliziert waren, um sie überhaupt zu verstehen. Dem gegenüber erstrahlte Gold traditionell in altbekanntem Glanz. Es wurde wertgeschätzt über die Zeitalter hinweg und gilt als Standard des Wohlstands, als ursprüngliches Geld und sicherer Hafen. Der Wert des Goldes ist unumstößlich.  

Gold kann seine Stabilität und Herkunft auf ein Periodensystem der Elemente zurückführen – es ist der solideste Vermögenswert der Natur. Bei einer dringend notwendigen Abkehr der Welt von künstlichen Märkten, künstlichen Währungen und künstlichen Finanzprodukten wird die Erkenntnis bei den Menschen reifen, dass eine Wiederanbindung von Gold an unser Währungssystem unausweichlich sein wird. 

Gold entwickelt sich immer dann besonders gut, wenn andere Dinge im Lauf der Zeit den Bach heruntergehen. Ist diese Erkenntnis einmal in Ihnen gereift, stellt sich natürlich zwangsläufig die Frage nach der  praktischen Umsetzung des Edelmetallkaufs. Der Leitfaden soll als Ausgangspunkt für den Entscheidungsprozess dienen. Jeder Anleger hat andere Anforderungen. Was für den einen relevant sein mag, ist für den anderen weniger von Belang. Auch wenn ich nicht jeden möglichen Aspekt in diesem Buch  abdecken kann, hoffen ich doch, Ihnen eine nützliche und wichtige Orientierungshilfe an die Hand zu geben. 

Doch bevor wir uns mit den konkreten Schritten des Edelmetallerwerbs und dessen Lagerung auseinandersetzen, möchte ich gern einen Absatz einschieben, der hauptsächlich für jene Menschen geschrieben wurde, die dem heutigen Geldsystem, mit seiner grotesk aufgeblähten, ungedeckten Papiergeldmenge nach wie vor rückhaltloses Vertrauen entgegenbringen. Diejenigen unter Ihnen, die das Bewusstsein eines fragilen und mit einem Verfallsdatum versehenen Finanzsystems bereits haben, können diesen Absatz gern überspringen. Dabei möchte ich auf das am häufigsten vorgebrachte Argument der Goldkritiker eingehen. Es lautet: „Gold bringt keine Rendite.“ In meinen Augen ist diese Behauptung überholt, falsch und ironischerweise ein Argument für den Goldbesitz. Doch überzeugen Sie sich selbst.

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