Börsencrash voraus

Börsencrash voraus

Gold schützt vor dem kommenden Börsencrash.

Hohe Aktienbewertungen, ein hoher Verschuldungsgrad, anziehende Inflation und die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen machen einen Absturz der Börsen zu einem realistischen Szenario. Wer jetzt noch in Aktien investiert, verhält sich unwissentlich nicht anders als das sprichwörtliche Lamm, das zur finanziellen Schlachtbank geführt wird. Sinnvoller ist es, auf Vermögenswerte zu setzen, die in einem solchen Szenario Sicherheit bieten. Dazu gehören in erster Linie mobile Sachwerte wie Edelmetalle, insbesondere Gold. 

Aktienbewertungen 202 Prozent über langjährigem Mittel

Die einfachste und zugleich aussagekräftigste Kennzahl der Aktienbewertung ist die Price Earnings- oder PE-Ratio, im Deutschen als Kurs-Gewinn-Verhältnis oder KGV bezeichnet. Die Kennzahl setzt den Aktienkurs in ein Verhältnis zum Jahresgewinn des Unternehmens. Ein Blick auf den S&P 500, der die 500 größten Börsenwerte der USA abbildet, zeigt die aktuelle Überbewertung sehr deutlich. 

Im langjährigen Mittel haben die Aktien des Indexes eine Medianbewertung von 14.85. Das aktuelle Bewertungsniveau liegt bei 44.90, was eine Abweichung um 202 Prozent nach oben entspricht. Historisch haben sich solche extremen Abweichungen immer wieder nach unten korrigiert, in der Regel in Form von scharfen Kurseinbrüchen wie bei der Dotcom-Blase im Jahr 2000. 

Kreditfinanzierter Aktienbesitz birgt zusätzliches Risiko

Ein weiterer Risikofaktor am aktuellen Aktienmarkt stellt der hohe Anteil der kreditfinanzierten Aktienkäufe dar, im Fachjargon auch als Handel auf Margin bekannt. Seit den massiven Kurseinbrüchen zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 hat sich der Anteil dieser nicht aus Eigenkapital finanzierten Aktienkäufe um 70 Prozent erhöht. Er lag im April bereits bei 847 Milliarden Dollar. Diese kreditfinanzierten Positionen wirken im Falle von Kursrückgängen als Brandbeschleuniger. Sobald der Kreditrahmen ausgeschöpft ist, kommt es zu Zwangsliquidationen, die sich noch einmal senkend auf das Kursniveau auswirken. 

Niedrige Zinsen als Treiber des Aktienmarkts

Seit der großen Finanzkrise 2007/2008 leben wir in einer verkehrten Welt, was die Zinsen angeht. Im besten Fall gelingt mit dem Besitz festverzinslicher Titel noch der Inflationsausgleich. Überwiegend sind die realen Erträge nach Abzug der Inflationsrate aber negativ. Die daraus folgende Suche nach positiver Rendite ist der Hauptgrund für die beispiellose Entwicklung des Aktienmarktes seit 2009, die 2020 durch einen sehr kurzen Bärenmarkt lediglich unterbrochen wurde. 

Die niedrigen Zinsniveaus waren möglich, weil die Inflation zumindest in den westlichen Ländern weniger stark stieg als erwartet. Durch die massive neue Liquiditätsschwemme infolge der Corona-Krise scheinen die Möglichkeiten der Niedrigzinspolitik allerdings ausgereizt. Die Inflationsraten in den USA, Europa und anderen Teilen der Welt ziehen an, befeuert durch die steil anziehenden Kurse bei Rohstoffen und wieder stark steigenden Immobilienpreisen. 

Der Zwang zur Zinsanhebung kommt

Die amerikanische Fed befindet sich derzeit noch in einem Zustand der Leugnung und spricht von einer „vorübergehenden Inflation“, ohne jedoch wirklich zu erklären, woher die inflationssenkenden Effekte überhaupt kommen sollen. Der Ölpreis liegt heute bereits um 81 Prozent höher als vor 12 Monaten. Für Kupfer liegt der Anstieg bei 74 Prozent, für Zinn bei 94 Prozent und für Aluminium bei 51 Prozent. 

Während der Ölpreis relativ direkt zu steigenden Energiekosten für Unternehmen und Verbraucher führt, sind die Effekte bei den Industriemetallen noch gar nicht bei den Endprodukten angekommen. Sobald die ohnehin stark geschönten Inflationszahlen das Ausmaß der Geldentwertung nicht mehr verbergen können, sind Zinsanhebungen unerlässlich.

Gefahr von Rezession und globaler Schuldenkrise

Eine Anhebung der Zinsen wäre eine Lösung des Inflationsproblems, die aber massive neue Probleme schaffen würde. Es käme mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu massiven Kreditausfällen, die wiederum negativ auf die gesamte volkswirtschaftliche Entwicklung zurückstrahlen. Eine neue tiefe Rezession wäre die plausibelste Folge. 

Wenn es zu Zinsanhebungen kommt, wird sich dies aber nicht nur in Kreditausfällen und einer wahrscheinlichen Rezession äußern. Mindestens ebenso bedenklich sind die enormen Zusatzkosten der Staaten, die für Anleihezinsen deutlich höhere Summen aufbringen müssten als heute. Der globale Verschuldungsgrad liegt auf einem historischen Hoch im Bereich von 360 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung pro Jahr. Starke Zinssteigerungen haben in einem solchen Umfeld das Potenzial, das gesamte globale Finanzsystem an die Grenzen seiner Kapazität zu bringen. 

Gold als sicheren Hafen nutzen

Um sich gegen die bereits anziehende Inflation und gegen wirtschaftliche Verwerfungen infolge von Zinsanhebungen zu schützen, bietet sich in erster Linie Gold an. Das Edelmetall wirkt bereits jetzt als Inflationsschutz. Seitdem die ersten warnenden Stimmen im März auf das Risiko der Preissteigerungen hingewiesen haben, verteuert sich das Edelmetall wieder. Sollte es zu einer globalen Schuldenkrise kommen, kann Gold wiederum seine seit Jahrtausenden bewährte Funktion als ultimative Absicherung im Fall schwerer wirtschaftlicher Verwerfungen übernehmen.

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