Alternativlose Sachwerte?

Alternativlose Sachwerte?

Die derzeitige hemmungslose Geldschöpfung und damit einhergehende Kreditvermehrung führt zu einer Schuldenexplosion, die den Wert des Geldes mittel- oder langfristig vernichten muss. Wenn die Menschen die Entwertung durch Vermehrung des Geldes erkennen, werden sie reagieren und das Geld gegen Sachwerte einzutauschen versuchen. Dadurch wird sich die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erhöhen und den Inflationsprozess immer mehr bis hin zur Hyperinflation beschleunigen. 

Die in den letzten Jahren stark gestiegenen Immobilienpreise und der weltweite Boom an den Aktienmärkten sowie der steigende Goldpreis sind sichere Anzeichen dafür, dass kluge Anleger aus dem Geld in Sachwerte flüchten. 

Eine Entwicklung zeichnet sich bereits heute ab: die steigende Entwertung des Geldes wird den Goldpreis in immer wertloser werdenden Papiergeldeinheiten weiter steigen lassen. Allerdings ist Gold kein klassisches Investment sondern eher eine Fluchtwährung, in die Anleger ihr Geld in Sicherheit bringen wollen. Doch auch beim Gold besteht eine latente Gefahr: der private Goldbesitz ist den meisten Staaten ein Dorn im Auge. Schon häufiger in der Geschichte gab es Verbote. Im März 1933 verbot der damalige US-Präsident Roosevelt den privaten Goldbesitz. Und dabei waren die USA zu dieser Zeit schon längst eine Demokratie. Ausgeschlossen werden kann eine solches Ereignis heute nicht. Gerade in Zeiten, in denen finanzielles Repression ein beliebtes „Managementwerkzeug“ der Politik geworden ist. Gold gilt als Fluchtwährung und ultimatives Vehikel für den Werterhalt von Ersparnissen. Wenn das Vertrauen der Menschen in das bestehende Geldsystem und die Politik verloren geht, flüchten sie in Goldanlagen. Die aktuelle Debatte um ein drohendes Bargeldverbot sowie der Einführung eines digitalen Euros zeigen in eine eindeutige Richtung. Auch wenn immer wieder von einem ergänzenden Miteinander beider Währungsarten gesprochen wird, erscheint es mir nur logisch und nachvollziehbar, das der Politik verhasste Bargeld zu eliminieren, um den gläsernen Bürger zu erschaffen. Und egal wann der Hebel umgelegt wird,  wer das Bargeld verbietet, wird sicher auch die letzte verbliebene echte Währungsinstanz, das Gold, verbieten wollen. Daher scheint eine Streuung auf andere Edelmetallen wie Silber, Platin und Palladium Sinn zu machen. Besondere Bedeutung wird in Zukunft der Wahl des geeigneten Lagerortes zukommen.

Schauen wir uns nun bei anderen Sachwertanlagen um. Immobilien sind eine Anlageform, die sich in Form von Mieten oder Pachten rentiert. Doch die stark gestiegenen Immobilienpreise deuten aktuell eher auf eine Fluchtbewegung von Anlegern in Immobilien als auf eine Renditeorientierung der Anleger hin.  Denn stark gestiegene Immobilienpreise erschweren in den kommenden Jahren das Erzielen einer hohen Rendite. Außerdem sollte der Immobilienanleger stets damit rechnen, dass unsere Politik neben Mietpreisbremsen wie aktuell in Berlin auch den Lastenausgleich wieder einführt bzw. umsetzt. 

Sachwertinvestoren sollten sich keiner Illusion hingeben. Auch sie werden nicht ungeschoren aus der kommenden Schuldenkrise herauskommen.

Und wie sieht es bei Aktien aus. Das Argument der meisten Anlageberater und Vermögensverwalter lautet, dass Aktien in Inflationszeiten mit der Inflation ansteigen und hinter Aktien stets als eigentlicher  Sachwert das Unternehmen selbst mit seinen Produktionsanlagen und Vermögenswerten stünden.

Beide Argumente sind sicher richtig. Dennoch lohnt sich ein intensiverer Blick auf die Materie.

Denn steigende Börsen hängen häufig nicht mit einem nachhaltigen Wachstum des Unternehmenswertes zusammen. Gerade in Inflationszeiten steckt hinter einem Aktienboom die riesige Liquiditätsschwemme aus dem Nichts geschaffener Papiergeldeinheiten. Diese neu geschaffenen Geldmittel suchen oft an der Börse Investitionsmöglichkeiten und lassen dadurch den Kurs von Unternehmensaktien in die Höhe schnellen. Es ist meist nicht die Wertigkeit der Unternehmen und die nachhaltige wirtschaftliche Stärke, die zu den Kurskapriolen an den Börsen führt. Sondern Spekulation und manchmal auch ein staatlicher Eingriff in Form von Subventionen.  Die Zeiten, in denen die Börsen Anlagekapital für echte Sachwertinvestitionen bündelten sind vorbei.  Inzwischen sammeln die Unternehmen das meiste Kapital für Spekulationshoffnung ein, ohne Sachwerte dafür zu schaffen. Unternehmensanteile werden in diesem Umfeld meist nur als Spekulationswert gebraucht. Die Geschehnisse zur Jahrtausendwende rund um den Neuen Markt sollten den Anleger ein mahnendes Beispiel sein. Die Geschichte wiederholt sich nicht, das Verhalten der breiten Masse schon. Aktien sind in, durch die Geldpolitik verzerrten Anlagemärkten, Spekulationsinstrumente. Der Sachwert der Firmen und sogar deren Gewinnaussichten sind oft zweitrangig.

Doch welches Fazit bleibt nun am Ende für den Sachwertinvestor zu ziehen?

Hilfe finden wir in der Heuristik. Dabei handelt es sich um die Kunst, zu anwendbaren Lösungen zu gelangen, obwohl wir stets mit begrenztem Wissen , unvollständigen Informationen und wenig Zeit Anlageentscheidungen fällen müssen. Denn wenn wir es nicht tun, ist eines ganz sicher: der Wertverlust der angesammelten Ersparnisse und Reserven.

Eine dieser Faustregeln ist: „Investiere nur in das, was du wirklich kennst und verstehst. Finanzielle Bildung ist daher heute eine Schlüsselqualifikation. Eine intensive Beschäftigung mit der Materie und der Austausch mit Experten auf diesen Gebieten kann sich sicher lohnen. Trotz der gemachten Einschränkungen zu den drei oben genannten Anlageformen, bleibt meines Erachtens eine Investition in Edelmetalle, Immobilien und ausgewählten, nachhaltig ertragstarken Aktien alternativlos. Ergänzt werden kann das Portfolio mit einer Mischung aus verschiedenen Fremdwährungen In Form von Bargeld. Doch ignorieren sie nicht die auch mit diesen Anlageformen verbundenen, potentiellen Risiken.

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